Wie oft hört man doch, dass es nicht möglich sei Bäumchen aus Kernen zu ziehen, da diese zum einen viel zu groß für Töpfe werden oder sowieso ohne Veredelung keine bzw. keine guten Früchte tragen würden. Ich ließ mich trotzdem nicht entmutigen und startete einen Versuch mit Weinbergpfirsichen - einer mittlerweile heimischen Pfirsichsorte, die ohnehin nicht veredelt wird und für ihre kleinen wohlschmeckenden Früchte geschätzt und zwischen den Weinreben angebaut wird.
Die Kerne dieser Pfirsichsorte müssen stratifiziert werden, dass heißt sie müssen eine Zeit lang einer Kälteperiode ausgesetzt werden damit sie später keimen. Die Früchte kaufte ich im Herbst und ließ die Kerne über den Winter im Garten, vergraben in einem Blumenkisterl. Es klappte - im Frühling zeigten sich die ersten Keimlinge. Diese verpflanzte ich in Töpfe und kultivierte sie weiter.
Einen Weinbergpfirsich habe ich selber behalten, er wächst nach wie vor in einem Topf (Durchmesser 48 cm), fühlt sich wohl (keine Krankheiten), blühte und fruchtete heuer zum ersten Mal. Auch das Höhenwachstum scheint sich eingependelt zu haben, derzeit hat er einen Stammumfang von etwa 3 cm bei ca. 150 cm Höhe - gemessen von der Topfoberkante. Bereits letzten Herbst zeigte sich, dass die Entwicklung eher dahin geht, dass der Baum buschiger, aber aufgrund der beschränkten Wachstumsmöglichkeiten ungefähr die jetzigen Proportionen behalten wird. Klasse, oder? Experiment gelungen!!
die etwas unscheinbaren rosa Blüten des Weinbergpfirsiches
Fruchtansatz des Weinbergpfirsiches
Frucht der nahe verwandten Marille (Ungarische Beste) - veredelt, größer (allerdings allein schon von der Sorte her)
Dieses Jahr möchte ich einen Versuch mit einem gekeimten Walnußkeim starten. Ich habe ihn beim Ausschaufeln des Hochbeetes im Grazer Garten gefunden - ein Eichhörnchen hatte dort seinen Wintervorrat angelegt, aber darauf vergessen. Im Topf übersiedelte er nach Salzburg.
Inzwischen hat der Trieb die Erde durchbrochen und es stellte sich die Frage, wie soll es weitergehen? Im Gegensatz zu Pfirsichen werden Nußbäume riesig, laut Wikipedia kann man Höhen von 15 bis 25 m erwarten und sollte für den Baum 100m² Platz im Garten einrechnen. Ein Ding der Unmöglichkeit!! Aber beim Googeln bin ich auf eine Idee gestoßen, die mich nicht wieder los ließ - es soll möglich sein aus einer Walnuss einen Großbonsai zu ziehen. Legt man wert auf die typische Bonsaiform wird es sehr kompliziert und aufwendig, aber im Prinzip ist aus dem Weinbergpfirsich auch nichts anderes entstanden, wieso soll es hier dann nicht klappen?
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Walnüsse bilden eine Pfahlwurzel, die sich tief in den Boden treibt und sich dort gut verankert. Angeblich soll es helfen ein verzweigtes Wurzelsystem und einen früheren Ertrag (nennenswerter Ertrag ist erst nach 15 Jahren zu erwarten) zu erhalten, wenn man diese kappt. Ob dem so ist oder nicht, weiß ich nicht - eine richtige Bestätigung hierfür konnte ich nicht finden. Es wurde nur auf den verschiedensten Seiten darauf hingewiesen, dass man die Krone im selben Umfang einkürzen sollte wie die Wurzel, weil ansonsten der Baum Schaden nehmen würde.
Im Gegensatz zum Weinbergpfirsich ist es mit der Walnuss ein Lottospiel, ob man irgendwann einen Baum erhält, der gut trägt und vor allem auch gute Früchte hat. Ich riskiere es einfach Mal - die ursprüngliche Nuss sah ganz in Ordnung aus, mehr kann ich über den Findling ohnehin nicht sagen.
Ach ja, bevor ich es vergesse - eine weitere Theorie über die ich im weltweiten Netz gestolpert bin, besagt, dass sich eine Walnuss, deren Platz für das Wachstum begrenzt, ähnlich verhält wie eine Feige und die ersten Früchte bringt, sobald die Pflanze an ihre Ausbreitungsgrenzen gestoßen ist.